Hartmut Bonk: Imaginäres Theater
Die Brunnenanlage „Imaginäres Theater“ am Karl-Marx-Platz besteht aus einem runden Granitbecken mit Amnesit-Mosaik-Boden, in dem sieben lebensgroße Bronzeskulpturen wie auf einer Bühne inszeniert sind. Der Bildhauer Hartmut Bonk schuf eine mythologische Figurenkomposition, die antike Motive mit zeitgenössischer Formensprache verbindet: Narziss als Verkörperung von Selbstreflexion und Eitelkeit, der Zentaur als Wesen zwischen den Welten, Venus und Leda mit Schwan als Repräsentantinnen von Liebe und mythologischer Transformation sowie ein Titanenpaar, das Konflikt und die Spannung zwischen Natur und Zivilisation symbolisiert.
Entstehung
1982 lobte der Senator für Bau- und Wohnungswesen einen Realisierungswettbewerb zur Gestaltung des Karl-Marx-Platzes aus. Nach zwei Wettbewerbsrunden – in der ersten wurde das Wasser nur als Applikation eingesetzt, weshalb die Jury eine zweite Runde mit stärkerem Einsatz von Wassereffekten forderte – sprach das Preisgericht am 27. Juni 1986 die Realisierungsempfehlung für Hartmut Bonk aus. Am 22. Mai 1987 wurde das „Imaginäre Theater“ eröffnet.
Imaginäres Theater, Figuren
Die Brunnenanlage „Imaginäres Theater“ entstand 1986–1987 am Karl-Marx-Platz als Ergebnis eines Wettbewerbs für Kunst im öffentlichen Raum, den der Bildhauer Hartmut Bonk gewann.
Die Anlage besteht aus einem runden Granitbecken (ca. 5 m Durchmesser) mit Amnesit-Mosaik-Boden, in dem vier lebensgroße Bronze-Skulpturen wie auf einer Bühne inszeniert sind. Bonk schuf eine mythologische Figurenkomposition, die antike Motive mit zeitgenössischer Formensprache verbindet:
Narziss: Der am Beckenrand lehnende Jüngling verkörpert das Motiv der Selbstreflexion und Eitelkeit.
Zentaur: Die Mensch-Pferd-Gestalt steht für das Wilde und Groteske, ein Wesen zwischen den Welten.
Venus und Leda mit Schwan: Das weibliche Duo repräsentiert Liebe, Erotik und mythologische Transformation.
Titanen-Paar: Zwei kraftvolle, fragmentierte Figuren symbolisieren Konflikt und die Spannung zwischen Natur und Zivilisation.
Mit dieser theatralischen Komposition schuf Bonk einen Ort der Begegnung zwischen antikem Mythos und urbanem Raum.
Beschädigung und Wiederherstellung
Im Mai 2024 wurde der Arm der Narziss-Skulptur durch Vandalismus abgetrennt. Die Skulpturengießerei Knaak rekonstruierte ihn anhand historischer Fotografien; die Arbeiten wurden im Dezember 2025 abgeschlossen. Im Zuge der Wiedereröffnung des Karl-Marx-Platzes wird das Werk im Mai 2026 neu installiert. Der Künstler Moritz Liebig realisiert begleitend die Aktion „AIRdenkmal Berlin 2026 - In the Case of the Missing Arm“
Daten und Fakten
- Standort: Karl-Marx-Platz
- Fertigstellung: 1987
- Wettbewerbsart: Nichtoffener zweiphasiger Wettbewerb
- Wettbewerbsteilnehmende 1. Phase: Olaf Metzel, Jean Ipousteguy, Waldemar Otto und Richard Hess.
- Wettbewerbsteilnehmende 2. Phase: Hartmut Bonk, Waldemar Otto, Richard Hess, Christa und Karlheinz Biederbick, Erich Fritz Reuter und Ludmilla Seefried-Matejkova.
- Realisierungsbetrag: 800.000 DM