AIRdenkmal Berlin 2026 - In the Case of the Missing Arm

Eine Skulpturale Intervention am Karl-Marx-Platz

Anlässlich der Wiedereröffnung des sanierten Karl-Marx-Platzes und der Rekonstruktion einer 2024 zerstörten Bronzefigur realisiert der Künstler Moritz Liebig eine temporäre künstlerische Intervention.

Ausgangspunkt ist die entwendete Hand einer Figur des Skulpturenensembles „Imaginäres Theater“ des Bildhauers Hartmut Bonk. Ihre Abwesenheit bildet den Anlass, die Skulptur neu zu befragen – ganz im Sinne von Robert Musil: „Nichts ist so unsichtbar wie ein Denkmal“.

Siet 2022 arbeitet Liebig an der Serie „Ergänzungsskulpturen“ – plastische Interventionen an bestehenden Werken im öffentlichen Raum, die ohne Eingriff in das Original vergessene oder verdrängte Bedeutungsschichten wieder sichtbar machen. Nach Stationen in Rotterdam, Prag und Dresden wird nun erstmals auch der Berliner Stadtraum Teil dieser Kunstreihe.

Am Karl-Marx-Platz greift Liebig mit temporär verhüllten Elementen, einer ergänzenden Skulptur aus weißer Knete und reversibel angebrachten farbigen Handfragmenten in das Erscheinungsbild der Skulpturen ein. Die matten weißen Elemente setzen einen bewussten Kontrast zur Bronze und lenken den Blick auf Details, die im Laufe der Zeit in den Hintergrund getreten sind.

Die Intervention wird am Dienstag den 23. Juni vom Künstler aufgebaut.

Bronze-Skulptur zweier Arbeiter unter einer Brücke am Wasser, die gemeinsam einen gelben Gegenstand halten.