Vier dekorative Säulen mit Schnörkel in Pastellfarben in einem Bildungsgebäude.
© Christin Kaiser

Christin Kaiser: Schnörkel

In Grundschulen werden täglich Kleidungsstücke vergessen und liegen gelassen. Die Künstlerin übersetzt diese alltägliche Erfahrung in architektonische Zierelemente: Jacken, Turnhosen und T-Shirts werden in Bronze gegossen und an den vier Stützpfeilern im Foyer platziert. „Schnörkel“ überträgt textile Gegebenheiten des Schulalltags mit skulpturalen Mitteln in eine humorvolle Auseinandersetzung mit der Architektur.

Die schneckenartig aufgerollten Kleidungsstücke erinnern an Voluten – Schmuckelemente klassischer ionischer Säulen, die auf die ornamentale Form der Schnecke zurückgehen. Getragene Jeanshosen, Sweatshirts, Hoodies und ein ausrangierter Fußballschuh werden zu kompakten Stoffballen aufgewickelt, versteift und mittels Wachs-Ausschmelzverfahren in Bronze abgegossen.

Das textile Material erstarrt dauerhaft. Das Metall wertet das Ausgangsmaterial ästhetisch auf undverweist auf antike Tempelbauten, in denen tragende Elemente und ihr organisches Beiwerk vom Holz- in den Steinbau übersetzt wurden.

Daten und Fakten

  • Standort: Grundschule am Koppelweg
  • Fertigstellung: steht noch aus
  • Wettbewerbsart: Berlinweit offener zweiphasiger Kunstwettbewerb
  • Wettbewerbsteilnehmende 1. Phase: 68 Künstler:innen
  • Wettbewerbsteilnehmende 2. Phase: Christin Kaiser, Torsten Thiele, Nikolai von Rosen, Alex Lebus, Philip Topolovac, Susanne Britz / Saeed Foroghi, Natalia Rina Roman, Tina Born / Enrico Nieman und Joachim Blank.
  • Realisierungsbetrag: 156.827 €
Vier dekorative Säulen mit Schnörkel in Pastellfarben in einem Bildungsgebäude. Volute von Stoff gemacht Fundsachen in einer Grundschule Prozess der Voluten in der Gießerei