„Tafelbild“ verbindet Handschrift mit digitaler Notation und würdigt alle Formen der Handschrift – ob schreibend, rechnend, skizzierend oder zeichnend – als wichtigen Bestandteil schulischer Bildung. Darin besteht zugleich ein Bezug zum Namenspatron der Schule Leonardo da Vinci, von dem eine sehr große Anzahl an gezeichneten und beschriebenen Blättern existiert.
Unterschiedliche Formen der Handschrift, die im Unterricht auf den digitalen Tafeln entstehen, werden auf einem zentralen Monitor im Foyer zusammengeführt. Die Videosequenz zeigt verschiedene Tafelbilder in sich abwechselnden Überlagerungen –kontinuierlicher Fluss von Schulzeichnungen, der sich im Idealfall über den ganzen Tag erstreckt, ohne sich zu wiederholen. So entstehen vielschichtige Palimpseste des Wissens, die erst durch genaueres Hinsehen entzifferbar werden. Darin ähnelt das Tafelbild dem wissenschaftlichen Werk Leonardos, der seine universalen Studien zumeist in Spiegelschrift und kodiert verfasst hat.
Partizipativer Prozess
Die ursprünglich geplante automatische Übertragung der Tafelbilder aus den Klassenräumen auf den Monitor im Foyer wurde während der Umsetzungsphase angepasst. Statt einer automatischen Netzwerkübertragung werden Tafelbilder, die im Unterricht entstehen, von den Lehrer:innen gesammelt und an den Künstler weitergereicht, der daraus eine Videosequenz entwickelt.
Erstmals gezeigt wurde das Kunstprojekt beim Tag der offenen Tür im Januar 2025: ein circa 20-minütiges Video, bei dem vier bis fünf Tafelbilder gleichzeitig zu sehen sind und sich durch Überblendungen abwechseln – eine sich spielerisch verwandelnde Schulzeichnung, auf der Notationen aus den unterschiedlichsten Fächern miteinander korrespondieren.