Für die Installation wurden farbige Steine aus den Herkunftsregionen der Neuköllner Bevölkerung importiert und bilden nun ein Mosaik auf dem Alfred-Scholz-Platz. Die Anzahl der jeweiligen Steine entspricht etwa der Einwohnerzahl des nördlichen Neuköllns. So stehen sie symbolisch für mitgebrachte Erinnerungen, Heimat und Migration.
In zehn Workshops erforschten die Künstlerinnen Nadia Kaabi-Linke und Roos Versteeg das Gemeinschaftsleben im Stadtteil: Wie fühlen sich die Menschen in Neukölln verbunden? Was gefällt ihnen am Leben dort? Wo würden sie lieber leben, wenn sie die Wahl hätten? Die Übersetzung der persönlichen Erzählungen in die abstrakte Pflastergestaltung erfolgte durch ein Computerprogramm des Medienkünstlers Ralf Baecker. Der Code verwandelte Antworten und Zeichnungen in Ziffern, Werte und Farbcodes. Eine Computersimulation generierte daraus ein dynamisches Muster basierend auf dem Zusammenhalt verschiedener Steine. Die Teilnehmer:innen beeinflussten durch ihre Angaben die Bewegungen virtueller Agenten im Programm – ob Mischungen oder Gruppenbildungen entstehen, ob größere oder kleinere Schritte gemacht werden.
Der Prozess wurde zur Metapher für gemeinschaftliches Leben: Die Bewohner:innen prägen ihre Umgebung, ohne Prozess oder Ergebnis vollständig kontrollieren zu können. Sie bauten ihren eigenen Platz, ohne es unmittelbar zu bemerken.