Steinmosaik auf einem Platz mit importierten Steinen aus den Herkunftsländern Neuköllner Bürger*innen.
© Uwe Walter

Nadia Kaabi-Linke: Meinstein

Für die Installation wurden farbige Steine aus den Herkunftsregionen der Neuköllner Bevölkerung importiert und bilden nun ein Mosaik auf dem Alfred-Scholz-Platz. Die Anzahl der jeweiligen Steine entspricht etwa der Einwohnerzahl des nördlichen Neuköllns. So stehen sie symbolisch für mitgebrachte Erinnerungen, Heimat und Migration.

In zehn Workshops erforschten die Künstlerinnen Nadia Kaabi-Linke und Roos Versteeg das Gemeinschaftsleben im Stadtteil: Wie fühlen sich die Menschen in Neukölln verbunden? Was gefällt ihnen am Leben dort? Wo würden sie lieber leben, wenn sie die Wahl hätten? Die Übersetzung der persönlichen Erzählungen in die abstrakte Pflastergestaltung erfolgte durch ein Computerprogramm des Medienkünstlers Ralf Baecker. Der Code verwandelte Antworten und Zeichnungen in Ziffern, Werte und Farbcodes. Eine Computersimulation generierte daraus ein dynamisches Muster basierend auf dem Zusammenhalt verschiedener Steine. Die Teilnehmer:innen beeinflussten durch ihre Angaben die Bewegungen virtueller Agenten im Programm – ob Mischungen oder Gruppenbildungen entstehen, ob größere oder kleinere Schritte gemacht werden.

Der Prozess wurde zur Metapher für gemeinschaftliches Leben: Die Bewohner:innen prägen ihre Umgebung, ohne Prozess oder Ergebnis vollständig kontrollieren zu können. Sie bauten ihren eigenen Platz, ohne es unmittelbar zu bemerken.

Daten und Fakten

  • Standort: Alfred-Scholz-Platz – Wettbewerbsverfahren im Rahmen der [Aktion! Karl-Marx-Straße]
  • Fertigstellung: 2014
  • Wettbewerbsart: nichtoffener Wettbewerb, die Wettbewerbsaufgabe bestand aus einem freiraumplanerischen Teil und einem künstlerischen Beitrag
  • Wettbewerbsteilnehmende: bbzl mit Thomas Hannibal, Christina Kautz mit Stefan Mathey und Bruno Dorn, el:ch mit Nadia Kaabi-Linke, feld72 architektur & urbane konzepte ZT GmbH mit Ton Matton, Hahn von Hantelmann mit Büro Huennerkopf, Hanke + Partner mit Marek Jahke und Egidius Knops, Landschafts. Architektur Birgit Hammer mit Henry Ribke und Roland Boden, Mettler Landschaftsarchitektur mit audio-architektur, Planorama Landschaftsarchitektur mit Sven Kalden, Rehwald Landschaftsarchitekten mit Lucia Dellefant, ST raum a. Landschaftsarchitektur GmbH mit Künstlergruppe inges idee GbR.
  • Realisierungsbetrag: 409.000 €
Steinmosaik auf einem Platz mit importierten Steinen aus den Herkunftsländern Neuköllner Bürger*innen. Passantin läuft über Kunst am Bau Werk. Zwei Bauarbeiter arbeiten an einem Boden am Alfred-Scholz-Platz Architekturentwurf des Kunst am Bau Werkes am Alfred-Scholz-Platz Computersimulation der Aufteilung, die zeigt, woher die Neuköllner Bewohner kommen